Update: Internationale Studie: Deutsche Fluglotsen verdienen schon jetzt 271 Prozent mehr als der Durchschnittsverdiener / weltweite Spitze

Einen so dramatischen Einkommensunterschied wie in Deutschland gibt es sonst nur noch in Ländern wie Spanien oder Italien oder in Dritte-Welt-Schwellenländern wie Südafrika oder Indien

Ist das eigentlich ein Arbeitskampf aus Existenzangst oder doch nur reine Geldgier? Pünktlich zu den Herbstferien drohen die deutschen Fluglotsen mal wieder mit Streik! Ihr Ziel: Die Ferienzeit nutzen, um das größtmögliche Chaos bei den Reisenden, darunter auch Millionen von Eltern mit ihren Kindern, anzurichten. Schäbig: Damit soll der Druck auf die Verhandlungspartner maximiert werden. Sehr viele Familien säßen auf den Flughäfen fest, keine Flüge in die kurzen Herbstferien. Hintergrund für dieses gewerkschaftliche „Muskelspiel“: Die EU-Kommission will mehr Wettbewerb bei der Bodenabfertigung – externe Dienstleister sollten zum Zuge kommen. Die Gewerkschaft befürchtet Lohnabbau und die Ausweitung der Zeit- und Leiharbeit. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Laut der Deutschen Flugsicherung (DFS) fordern die Lotsen zudem durchschnittlich 5,7% mehr Gehalt. Doch die deutschen Fluglotsen verdienen schon jetzt sehr stattlich. Sie bekommen mit durchschnittlich 101.000 € pro Jahr satte 271% mehr als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der deutschen Hauptstadt Berlin (27.232 €). Einen so dramatischen Einkommensunterschied wie in Deutschland gibt es sonst nur noch in Ländern wie Spanien oder Italien oder in Dritte-Welt-Schwellenländern wie Südafrika oder Indien. Das belegt eine Exklusiv-Studie von www.fluege.de, Deutschlands großem Flugportal mit monatlich 2,58 Mio. Nutzern (lt. AGOF Juni 2011).

Hierfür fragte fluege.de wegen der aktuellen Streiksituation bei internationalen Fluglotsen-Verbänden nach und setzte die ermittelten Fluglotsen-Einkünfte ins Verhältnis zu den Durchschnittseinkommen der Bevölkerung in den Hauptstädten / wichtigsten Städten der untersuchten Länder. Für die Studie wurden exemplarisch 15 Länder aus unterschiedlichsten Kontinenten stichprobenartig ausgewählt. Die Einkommen sind lediglich Basiseinkommen. Zuschläge wurden in keinem Land berücksichtigt.

Die Ergebnisse: In Australien liegen Fluglotsengehalt (63.499 €) und Jahresgehalt in der Hauptstadt Canberra (47.024 €) mit 35 Prozent Abweichung am dichtesten beisammen. In Spanien dagegen bekommen Fluglotsen nach Angaben von fluege.de im Jahresschnitt 673 Prozent mehr Geld als ein Durchschnittsverdiener in der spanischen Hauptstadt Madrid. US-Flugsicherer (72.248 €) bekommen 74 Prozent mehr als die Durchschnittsverdiener in Washington (41.407 €). Auch in Indien ist Fluglotse ein ausgesprochen gut bezahlter Beruf. Mit 8.644 € liegt das Jahresgehalt immerhin 646% höher als der Jahresschnitt der arbeitenden Bevölkerung in der Metropole Mumbai. Auch in Italien, Schweden, Dänemark, Kanada, Österreich, Neuseeland, Finnland, Japan, Brasilien und der Schweiz verfügen Flugsicherer über ein deutlich höheres Einkommen als der Durchschnittsverdiener, wenngleich der Abstand häufig nicht ganz so hoch ist wie in Deutschland. Ganz anders ist das in Russland: Hier müssen Flugsicherer mit 1.802 € jährlich zufrieden sein. Damit haben sie ein um 66% geringeres Jahreseinkommen als ein Moskauer Durchschnittsverdiener (5.318 €). Erstaunlich auch: In Südafrika verdient ein Fluglotse 9000% mehr als ein Mitglied eines Durchschnittshaushalts in Kapstadt (802 €).

 

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