Internationale Studie: Deutsche Fluglotsen verdienen schon jetzt 271 Prozent mehr als der Durchschnittsverdiener / weltweite Spitze

Einen so dramatischen Einkommensunterschied wie in Deutschland gibt es sonst nur noch in Ländern wie Spanien oder Italien oder in Dritte-Welt-Schwellenländern wie Südafrika oder Indien

Ist das eigentlich noch Arbeitskampf oder nur noch reine Geldgier? Deutsche Fluglotsen verdienen schon jetzt bestens. Sie bekommen mit durchschnittlich 101.000€ pro Jahr satte 271 Prozent mehr als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der deutschen Hauptstadt Berlin (27.232€). Einen so dramatischen Einkommensunterschied wie in Deutschland gibt es sonst nur noch in Ländern wie Spanien oder Italien oder in Dritte-Welt-Schwellenländern wie Südafrika oder Indien. Das belegt eine Exklusiv-Studie von www.fluege.de, Deutschlands großem Flugportal mit monatlich 2,04 Mio. Nutzern (lt. AGOF April 2011).

Hierfür fragte fluege.de wegen der aktuellen Streiksituation bei internationalen Fluglotsen-Verbänden nach und setzte die ermittelten Fluglotsen-Einkünfte ins Verhältnis zu den Durchschnittseinkommen der Bevölkerung in den Hauptstädten / wichtigsten Städten der untersuchten Länder. Für die Studie wurden exemplarisch 14 Länder aus unterschiedlichsten Kontinenten stichprobenartig ausgewählt. Die Einkommen sind lediglich Basiseinkommen. Zuschläge wurden in keinem Land berücksichtigt.

Die Ergebnisse: In Australien liegen Fluglotsengehalt (63.499€) und Jahresgehalt in der Hauptstadt Canberra (47.024€) mit 35 Prozent Abweichung am dichtesten beisammen. In Spanien dagegen bekommen Fluglotsen nach Angaben von fluege.de im Jahresschnitt 673 Prozent mehr Geld als ein Durchschnittsverdiener in der spanischen Hauptstadt Madrid. US-Flugsicherer (72.248€) bekommen 74 Prozent mehr als die Durchschnittsverdiener in Washington (41.407€). Auch in Indien ist Fluglotse ein ausgesprochen gut bezahlter Beruf. Mit 8.644€ liegt das Jahresgehalt immerhin 646 Prozent höher als der Jahresschnitt der arbeitenden Bevölkerung in der Metropole Mumbai. Auch in Italien, Schweden, Kanada, Österreich, Neuseeland und der Schweiz verfügen Flugsicherer über ein deutlich höheres Einkommen als der Durchschnittsverdiener, wenngleich der Abstand häufig nicht ganz so hoch ist wie in Deutschland. Ganz anders ist das in Russland: Hier müssen Flugsicherer mit 1.802 € jährlich zufrieden sein. Damit haben sie ein um 66 Prozent geringeres Jahreseinkommen als ein Moskauer Durchschnittsverdiener (5.318€). Erstaunlich auch: In Südafrika verdient ein Fluglotse 9000 Prozent mehr als ein Mitglied eines Durchschnittshaushalts in Kapstadt (802 €).

Besonders übel: Die derzeitigen Streikankündigungen der Gewerkschaft deutscher Fluglotsen (GdF) dürften ganz bewusst mitten in die Haupt-Ferienzeit der deutschen Familien fallen. Grund: Das erzeugt am meisten politischen Druck. Den Schaden erleiden nicht nur die Fluglinien, sondern hunderttausende Familien, die nur jetzt in den großen Sommerferien mit ihren Kindern in den Urlaub fliegen können. Die Fluglotsen-Gier macht also selbst vor den Kindern nicht halt.

 

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