fluege.de-Ski: Saisonrückblick von Olympiasieger und Weltmeister Dieter Thoma

Seit 2010 ist fluege.de auch als Ski-Hersteller aktiv. Die fluege.de-Sprungskiproduktions GmbH (fluege.de-SSP GmbH) soll dabei helfen, das Markenmonopol eines österreichischen Herstellers zu beenden und den Sport damit spannender zu gestalten. Mittlerweile fliegen mehr als 100 Athleten aus dem Bereich Skisprung und Nordische Kombination, u.a. Anders Jacobsen (Norwegen), Sarah Hendrickson (USA), Jason Lamy Chappuis (Frankreich) oder Martin Schmitt (Deutschland), mit den fluege.de-Ski. Als Berater steht dem Team seit Beginn des Engagements Dieter Thoma zur Seite. Der Olympiasieger und Weltmeister gab in einem Interview ein kurzes Saison-Fazit zu den fluege.de-Athleten.

Hallo Dieter,

noch am vergangenen Wochenende warst du als Skisprung-Experte in Norwegen für die ARD aktiv. Wo erreiche ich dich gerade?

Ich bin seit Montag aus Oslo zurück und gleich auf den Weg nach Slowenien zum Weltcupfinale in Planica.

Wie sieht eigentlich während der Skisprung-Saison die Wochen- oder Monatsplanung bei dir aus? Immer auf Achse und unterwegs?

Ja, so kann man das sagen. Neben meinen festen ARD-Übertragungen und Reisen zu den Weltcups kann ich mir meine Vorbereitungen flexibel einplanen. Für mich ist das Luxus. Dabei verpasse ich keinen Sprung vor Ort und spreche mit den Trainern und Aktiven. Nur wer immer dabei ist, sich ständig informiert, die Nebengeräusche hört, bleibt auf dem Laufenden und verpasst so keine neuen Trends.

Apropos Trends. Immer mehr Athleten vertrauen auf die fluege.de-Ski. Nun neigt sich die Saison allmählich dem Ende zu. Wie fällt dein Fazit für unsere fluege.de-Athleten aus?

Die Saison war unglaublich erfolgreich. Die Skiproduktion gibt es erst seit dem Oktober 2010 und ich bin über die rasante Entwicklung selbst überrascht. Anders Jacobsen kämpfte bei der Vierschanzentournee gegen Schlierenzauer um den Gesamtsieg und wir holten bei der WM 17 Medaillen. Sarah Hendrickson ist sogar Weltmeisterin. Ob Herren, Damen oder die Kombinierer, wir waren überall top unterwegs. Die Werbung in den jeweiligen Ländern unserer Athleten ist unglaublich positiv.

Wer ist/ sind für dich die fluege.de-Überraschung/en der Saison? Und warum?

Da gibt es viele. Etwa das Comeback von Anders Jacobsen, weil es unheimlich schwer ist, nach so einer langen Pause (Anmerkung der Redaktion, Mai 2011 – Januar 2012) der schnellen Entwicklung im Skispringen zu folgen. Dabei musste er auf unser neues Material vertrauen und für uns gaben seine Top-Ergebnisse und die ersten fluege.de-Siege bei der Vierschanzen-Tournee die Gewissheit, dass unser Material Weltklasse ist. Das sehen natürlich auch die Trainer und das stärkt das Vertrauen in unser Produkt.

Dann ist da als zweites Beispiel noch unser deutscher, 17-jähriger Newcomer Andi Wellinger, weil wir es geschafft haben, einen jungen deutschen Athleten von Beginn an so zu unterstützen, dass er mit unserem Material gut geworden ist. Das schweißt zusammen und zeigt wie wichtig die Nachwuchsförderung ist.

Wir wollen keine Topathleten kaufen, sondern die Athleten müssen von sich aus mit unserem Ski springen wollen, weil er sie einfach weiter springen lässt. Dann ist es psychologisch auch eine ganz andere, positive Herangehensweise. Das ist meine Philosophie, die man sich aber erst über die Jahre erarbeiten muss.

Wie werden unsere „blauen Bretter“ mittlerweile bei den Springern/ innen angenommen?

Anfangs noch belächelt, werden wir nun mit Respekt behandelt. Die blaue Farbe ist sehr positiv, weckt Vertrauen, bürgt für Sicherheit und mit den Wolken kommt die Phantasie eines weiten Fluges. Vor allem der gute und schnelle Service unsere Techniker Pierre Heinrich und Peter Lange wird dankend angenommen und ist absolut professionell.

Wie viel Anteil haben die Ski überhaupt am Erfolg eines Springers/in? Oder ist das eher psychologischer Natur?

Psychologie spielt immer eine große Rolle. Ich habe allerdings am eigenen Körper erlebt, wie unterschiedlich Ski sein können. Von einer Firma zur anderen bin ich beim Test bis zu 10 Meter weiter geflogen. Durch das andere Ansprechverhalten und den richtigen Drehpunkt und dem sicheren Gefühl springt sich auch die Technik leichter und man ändert automatisch die Risikobereitschaft. Mit den engeren Anzügen haben die Ski wieder eine wichtigere Bedeutung bekommen, da sich das ergonomische Gesamtpaket geändert hat.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit zwischen Athlet und Ski-Hersteller vor und während der Wettkampf-Saison vorstellen?

Als Skihersteller sind neben vielen Gesprächen folgende Dinge zu befolgen. Wir brauchen erstklassiges Material, sehr guten und schnellen Service mit erfahrenen Arbeitskräften an den Maschinen und vor Ort. Das ist bei den fluege.de-Ski-Kollegen in Floh-Seligenthal vollends gegeben.

Nur mit absoluter Verlässlichkeit und einem langen Atem kann man die Trainer und Aktiven von der Qualität überzeugen. Wenn sich dann ein Athlet für unser Material entschieden hat, werden die Ski in Handarbeit nach Absprache ganz individuell hergestellt.

Was können wir in der nächsten Saison von unseren fluege.de-Athleten erwarten?

Jedes Jahr ist wieder eine neue Herausforderung. Die Entwicklung geht rasend schnell voran und vergangene Erfolge sind vorbei. Wir müssen immer nah am Trainer und dessen Athleten bleiben um neue Ideen mit zu entwickeln. Es ist eine spannende Reise, die sich bis jetzt unglaublich für fluege.de in positiver Werbung bezahlt gemacht hat.

Das Skifliegen im slowenischen Planica steht noch an. Wie sind die sportlichen Aussichten?

Beim Skifliegen sind wir noch nicht ganz so erfolgreich wie beim Skispringen. Wir möchten beweisen, dass wir auch gute Flugski bauen können. Vielleicht gelingt es uns, das mit den derzeitigen Athleten schon in Planica nachzuweisen.

Vielen Dank, dass du Zeit gefunden hast.

Gerne…

 Das Interview führte Thomas Neubert M.A., Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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